Mit der Kombination des hochmodernen Computertomographen Spectral CT 7500 von Philips mit der stereotaktischen Navigation über das System CAS-One IR von Cascination hat die WEGE-Klinik in Bonn ein absolutes Alleinstellungsmerkmal im deutschen Gesundheitswesen. Über die Vorteile der neuen Technologie sprachen wir mit Prof. Dr. med. Attila Kovács, dem international renommierten Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie der WEGE-Klinik.
Herr Prof. Kovacs, was macht das neue Verfahren so besonders?
Kovács: Die Dual-Energy-Technologie des Spectral CT 7500 von Philips für sich bietet schon eine ganze Reihe an Vorteilen in der Diagnostik. Die Bildgebung der SpektralTechnologie ist ein wahrer Gamechanger und erweitert die bisher bekannte Computertomographie deutlich. Bisher gab es die drei Dimensionen des Raumes und als vierte Dimension die Dichte des Gewebes. Jetzt kommt eine fünfte Dimension hinzu, die Spektralabsorption.

Welchen Vorteil bringt das?
Kovács: Dank der Spektralabsorption können wir endlich beurteilen, was der klassischen Computertomographie bislang versagt blieb, nämlich die atomare Beschaffenheit des untersuchten Gewebes. lod, Kalzium, Metall, Blutgerinnsel – das alles ist nun mit Präzision zuzuordnen. Die Vorteile für den diagnostischen Alltag liegen auf der Hand: störende Hochkontraststrukturen, wie Verkalkungen oder Metallimplantate können wir jetzt gezielt unterdrücken, so dass Gefäßverengungen trotz Arteriosklerose beurteilbar sind. Außerdem können auch Patienten mit Gelenkprothesen und anderen Implantaten, wie zum Beispiel Herzschrittmachern und Defibrillatoren problemlos untersucht werden.
Wie gelingt das?
Kovács: Strukturen, die bei ähnlicher Röntgendichte bislang einheitlich grau repräsentiert wurden, lassen sich jetzt farblich klar voneinander unterschieden – das liegt an der limitierten Graustufenwahrnehmung des menschlichen Auges im Vergleich zur Farbwahrnehmung. In der medizinischen Diagnostik beschert uns das zwei Vorteile, die nicht hoch genug eingeschätzt werden können: Einerseits führt die Spektraltechnologie zu einer verbesserten Sensitivität – also der Fahigkeit, Erkrankungen besser aufzufinden. Andererseits führt sie auch zu einer Steigerung der Spezifität – der zuverlässigeren Zuordnung der gefundenen Erkrankung, also zum Beispiel, ob sie gutartig oder bösartig ist, und weitere Details. In erster Linie profitieren davon unsere Patientinnen und Patienten, weil ihnen Unsicherheiten, Verzögerungen und Mehrfachuntersuchungen erspart werden. Kurzum: Wir finden bei der Erstuntersuchung nicht nur mit größerer Sicherheit heraus, ob ein Problem vorliegt, wir wissen auch genauer, um welches Problem es sich handelt.

Werden die Untersuchungen dadurch auch weniger belastend?
Kovács: Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt, den man gar nicht oft genug herausheben kann. Die höhere Sensitivität und Spezifität ermöglichen uns, Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden und somit die Strahlendosis zu reduzieren, sowie Kontrastmittel einzusparen. Das sind also gute Nachrichten für die Patientinnen und Patienten: Sie dürfen eine verbesserte Qualität der Diagnostik ihrer Beschwerden erwarten, gleichzeitig können wir die körperlich belastenden Elemente der CT-Bildgebung, wie Strahlendosis und lodgabe, deutlich reduzieren. Da sich jetzt aus einer einzigen Phase auch virtuell kontrastlose Bilder errechnen lassen, können wir viele Mehrphasenuntersuchungen einsparen. Auch das schont die Patientinnen und Patienten.
Als erste und bislang einzige Klinik in Deutschland kombinieren Sie das Spectral CT von Philips mit der stereotaktischen Navigation von Cascination für minimalinvasive Therapien. Wie profitieren Sie denn da?
Kovács: Wie allgemein bekannt, ist unsere international anerkannte Expertise nun mal die minimal-invasive Präzisionsmedizin. Und so, wie die Spektraltechnologie in der Diagnostik ein Gamechanger ist, so beschert sie uns auch bei den sogenannten Schlüssellocheingriffen einen Quantensprung. Wir nutzen in der personalisierten Krebstherapie die neue Qualität der Spektralbildgebung ganz gezielt, um die Heterogenität der bösartigen Zellen innerhalb eines Geschwulstes in der Therapie zu berücksichtigen und die Navigation um auch schwer zugängliche Tumore effektiv, präzise und für die Patienten schonend zu eliminieren. Analog zu diesen Neuerungen in der Bildsteuerung können wir auch mit völlig neuartigen Verfahren in der interventionellen Onkologie aufwarten: Zum Beispiel der Elektrochemotherapie, kurz „ECT“ – hierbei werden maßgeschneiderte Tumortherapeutika durch Stromstöße zielgenau in das bösartige Gewebe gelenkt. Und das bei maximaler Schonung des umliegenden Gewebes. Wir waren wegweisend an der Entwicklung dieser Technologie mitbeteiligt und sind stolz darauf, dass wir weltweit die Ersten überhaupt waren, die diese Therapieform mit der kombinierten spektralen und stereotaktischen Steuerung durchgeführt haben.

Von den minimal-invasiven Therapiemöglichkeiten profitieren aber nicht nur Krebspatientinnen und -patienten, oder?
Kovács: Das ist richtig. Es gibt viel mehr ein breites Einsatzspektrum, darunter fällt die Behandlung von gutartigen Organvergrößerungen wie zum Beispiel gutartige Prostatavergrößerungen oder gutartige Geschwülste der Gebärmutter. Auch bösartige Neubildungen in Organen wie zum Beispiel der Leber lassen sich sehr gut minimalinvasiv therapieren. Das Spektrum reicht bis hin zu unblutigen Eingriffen an entzündeten Gelenken, zum Beispiel bei Arthrosen des Knies, schmerzhafte Schulter, Tennis- und Golferellenbogen. Bei all diesen Eingriffen profitieren wir selbstverständlich von den neuen Möglichkeiten, die uns die Kombination aus dem Spectral CT von Philips mit der stereotaktische Navigation über das CAS-One IR von Cascination gibt. Wir erreichen damit insgesamt eine ganz neue Diagnosesicherheit und können neue Wege in der Therapie gehen. Das ist umso wichtiger, da sich die diagnostische und interventionelle Radiologie immer mehr zu einem unersetzlichen Dreh- und Angelpunkt der modernen Medizin entwickelt – es gibt ja nahezu keine Therapie mehr ohne eine vorherige Bildgebung. Diese muss auf Anhieb kompromisslos zuverlässig sein. Genau das können wir.

Über die WEGE-Klinik und das WEGE MVZ
Die WEGE-Klinik wurde 1937 vom Röntgenologen Robert Janker als Robert-JankerKlinik gegründet und hat sich zu einer der führenden Fachkliniken für die Behandlung von Tumorerkrankungen entwickelt. Das Haus im Bonner Stadtteil Dottendorf ist die größte bettenführende Klinik für Strahlentherapie in Deutschland. Die WEGE-Klinik bietet stationäre und ambulante Versorgung in den Bereichen Strahlentherapie und Radioonkologie, Radiochirurgie, interventionelle und diagnostische Radiologie und Neuroradiologie sowie Palliativmedizin an. In der WEGE-Klinik kommen innovative Verfahren wie Embolisation von Prostata- und Lebererkrankungen, CT-navigierte Fusionsbiopsien, stereotaktische Behandlungen von Gehirn, Lunge, Prostata und Brust sowie die Brachytherapie für männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane zum Einsatz. Von 1998 bis 2023 gehörte die Klinik zum Klinikverbund der MediClin AG.
Gemeinsam mit dem neuen Träger Mercurius Health (seit Januar 2023) wurden die strategische Neuausrichtung und ein Transformationsprozess eingeleitet, die auch zu einem neuen Markenauftritt und dem neuen Namen WEGE-Klinik führten. WEGE steht dabei für: Wissend. Empathisch. Gemeinsam. Engagiert. Die WEGE-Klinik umfasst 83 Betten. Die ambulante Versorgung erfolgt über das Medizinische Versorgungszentrum Strahlentherapie und Neurochirurgie, kurz WEGE MVZ.
Über Mercurius Health
Die Mercurius Health Group ist einer der führenden Anbieter fortschrittlicher Onkologielösungen in Europa und spezialisiert auf Strahlentherapie und Nuklearmedizin für Krankenhäuser und Krebszentren.
Mit mehr als 35 Jahren Erfahrung verfügt das hochspezialisierte Team über enormes Fachwissen in Bezug auf hochmoderne Geräte und Verfahren für Strahlentherapie und Nuklearmedizin sowie im Bau und Management von onkologischen Einrichtungen. Mercurius Health fokussiert sich auf strategische Partnerschaften mit Gesundheitseinrichtungen, um deren onkologischen Patienten modernste Behandlungen anbieten zu können. Die Lösungen umfassen das Management des gesamten Projekts zur Entwicklung neuer Dienstleistungen oder zur Installation neuer Geräte, von der Planung über die Auswahl und Beschaffung der Geräte bis hin zur Projektumsetzung, bis hin zum Betrieb und zur Finanzierung.
Die Mercurius Health Group betreibt eigene Zentren wie die WEGE-Klinik (ehemals Robert Janker Klinik), ein renommiertes onkologisches Krankenhaus in Bonn, sowie CADPET, ein nuklearmedizinisches Netzwerk in Spanien. So sind die klinischen, technischen und die Managementteams immer auf dem neuesten Stand und profitieren in ihren Projekten von den laufenden Verbesserungen.
